Das Hagener Tanztheaterfestival TanzRäume hat sich längst als feste Institution der städtischen Kulturlandschaft etabliert und besticht vom 18. bis zum 26. Mai erneut durch ein vielfältiges, zeitgenössisches Tanzprogramm. Zum neunten Mal gastieren fünf internationale und nationale Compagnien, im Rahmen von TanzRäume, im Opus neue bühne hAGEN. Das bestehende Festival-Netzwerk konnte in den vergangenen Monaten ausgebaut, neue Kooperationspartner gewonnen werden. Als kompetenter Partner im Bereich Jugendarbeit arbeiten die eSw (Ev. Schülerinnen- und Schülerarbeit in Westfalen (BK) e.V.) und das Kulturbüro der Stadt Hagen erstmals bei TanzRäume Hand in Hand. Die Idee: Der Tanz soll in die Stadt hineinwirken, soll bewegen! Getreu dem Motto von Royston Maldoom: „Wer tanzen lernt, lernt das Leben“! Neben den Festivalabenden rückt daher immer mehr die Jugendarbeit in den Mittelpunkt des TanzTheaterFestivals, so dass in diesem Jahr die Jugendkultur HipHop den Schwerpunkt des Festivals bildet. So werden durch ein erweitertes HipHop-Workshopprogramm gleich zwei Hagener Schulen angesprochen. Und zum ersten Mal wird es im Rahmenvon TanzRäume, in Kooperation mit dem Kultopia, einen HipHop-Dance-Contest geben, bei dem junge Nachwuchstänzer die Chance erhalten, ihr Können zu zeigen.
Die TanzRäume Programmbroschüre liegt an den bekannten Auslagestellen im Hagener Stadtgebiet und Umgebung aus und istdarüber hinaus auch unter der Festival-Hotline 02331-207 4864 zu bekommen. Die Festivaltickets zum moderaten Preis von 10 Euro für Erwachsene und 8 Euro für Schüler und Studenten sind ab dem 1. April an der Theater- und Konzertkasse des Theater Hagens zu erhalten (Tel.: 02331-207 3218, theaterkasse@stadt-hagen.de).
Auch in diesem Jahr gibt es eine Festivalkarte: fünf Veranstaltungen zum Preis von 40 Euro.Neu ist, dass die Karten in diesem Jahr auch online unter www.theater-hagen.de und an allen bekannten CTS-Vorverkaufsstellen zu bestellen sind!
TanzRäume wird in diesem Jahr fulminant von der Schweizer Compagnie El Contrabando (span.Der Schmuggel) und Ihrer neusten Produktion „On Line“ eröffnet. Die Compagnie unter der Leitung von Anet Fröhlicher schmuggelt Elemente des Flamencotanzes über die Landesgrenzen, übersetzt und kontrastiert ihn mit anderen Kontexten des zeitgenössischen Tanzschaffens. Eine Bühnen-Installation mit vier schwarzen (während der Vorstellung laufenden) Waschmaschinen, Elektroflamenco, fünf Tänzerinnen – gezeigt wird in „On Line“ ein zeitgenössisches Flamencoprogramm, das sich gewaschen hat! Leidenschaftlich thematisiert die Inszenierung die Online-, Web- und Business-Gesellschaft, das Pulsieren der Börse, der Mode- und Geschäftswelt. Die Waschmaschinen dienen als Metapher für den ununterbrochenen Online-Status unserer modernen Gesellschaft. „Die Tänzerinnen agieren nicht vor dem Bühnenbild, das den Tanz begleitet, sondern die Bühne scheint gleichfalls vom Rhythmus erfasst zu sein. Der Raum vibriert, er tanzt mit. Es wird eine Synthese von Körper, Raum und Klang erreicht. Die Waschmaschinen rotieren, die Körper pulsieren, die Musik elektrisiert.“ (Michael Babics) Die Produktion ist die Weiterentwicklung der Choreografie „Bolero della Borsa“, die 2008 erarbeitet und anschließend für den renommierten Madrider Choreografiewettbewerb „XVII Certamen de Coreografie de Danza Espanola y Flamenco“ nominiert wurde.
Am 20. Mai 2009 wird die Kölner Choreografin und Medienkünstlerin Stephanie Thiersch Ihre neue MOUVOIR-Produktion „Blind questions: I see you me neither“ bei TanzRäume präsentieren. Thiersch gehört zu den TanzRäume-Wiederholungstätern, denn schon 2006 war sie mit Ihrer Produktion „Under green ground“ bei TanzRäume zu Gast. Das neue Stück setzt sich sowohl formal als auch emotional mit dem Thema Liebe auseinander. Die Antwort von MOUVOIR ist eine Performance zwischen surrealem Film und Live-Situationen im Spannungsfeld von Theater, Tanz und Gesang. Beide Ebenen werden in der Inszenierung zu dichten, ausdrucksstarken Bildern verwoben, die Leidenschaft aber auch Gewalt, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung zeigen. Gefragt wird ob die Liebe nicht längst veraltet, verspottet, entwertet und altmodisch ist?
Am 22. Mai 2009 steigen die Lokalmatadoren aus Herne in den TanzRäume-Ring. Das Renegade theatre, dass schon 2004 mit der Produktion „Rumble“ in Hagen begeistern konnte, präsentieren Ihre mitreißende Produktion „Schwarze Katze“. Anders als in Rumble kommt die neue Inszenierung ohne Vorlage, ohne Geschichte aus. Zwei klassisch an der Folkwangschule ausgebildete Tänzer, drei Breakdancer und ein BMX-Fahrer zeigen eine geschmeidige, energiegeladene Produktion. Im Mittelpunkt dieses Gesamtkunstwerkes steht für die international erfolgreiche Choreografin Malou Airaudo, Mitbegründerin des legendären Ensembles von Pina Bausch und heute Professorin an der Folkwang Hochschule, Bewegung, Tanz, Gefühl und Identität. Das Stück, ein rasanter Stil-Mix, ist reduziert auf Tanz und das unterschiedliche Bewegungsrepertoire der Tänzer.
Am Sonntag 24. Mai wird bei TanzRäume rasanter Tanzkult aus Paris gezeigt! Black Blanc Beur, einstmals ein Straßenkinderprojekt aus den Trabantenstädten um Paris, gehört zu den Pionieren des HipHop Tanzes. Unter der Regie von Christine Coudun gelang es der Compagnie den HipHop auch für andere Einflüsse, Impulse, Bewegungen und Musik aufzubrechen. Auch in Hagen sind Black Blanc Beur keine Unbekannten: schon einmal stellten sie Ihr Können unter Beweis und eröffneten TanzRäume 2005 mit der Produktion „Si Je t´M“. Die neue Produktion „T´es trois“ zeigt aktionsreichen und atemberaubenden Breakdance auf aller höchstem Niveau. Die drei Protagonisten kämpfen in einer men-only-arena gegen einander und gegen sich selbst. Zorn, Wut, Widerstand, Stille und Emotion sind getanzte Gefühle, die die Tänzer an die Grenzen treiben.
Zum Abschluss der TanzRäume 2009 zeigt die österreichische Tanz Company Gervasi, die im letzten Jahr in Hagen bei TanzRäume Ihr Debüt gaben, Ihre außergewöhnliche Produktion SEIKES. Der Choreograph Elio Gervasi zeigt in dadaistischer Manier in seiner Inszenierung ein Land seltsamer Lebewesen: Schutzhelmköpfe, Lampenschirmkäfer, Schattensuchspinnen. Diese menschenähnlichen Insekten zeigen sich auf der einen Seite berührungsängstlich, hypochondrisch. Auf der anderen Seite präsentieren sich diese Wesen aber auch lebenslustig und neugierig. Trivialität und Tiefgang, kindliche Unbekümmertheit und existentielle Lebensängste, Berührungsangst und Freiheitsdurst liegen in dieser Produktion eng beieinander
TanzRäume wird wie in den Vorjahren durch die regionale Kulturförderung der Staatskanzlei des Landes NRW möglich, die TanzRäume mit zwei weiteren südwestfälischen Festivals als Festivalverbund „Die Drei“ fördert. Darüber hinaus kooperiert auch 2009 das Theater Hagen wieder mit dem Kulturbüro der Stadt Hagen und der eSw. Besonders wichtig ist für TanzRäume die nun im zweiten Jahr bestehende und zukunftsweisende Sponsorenpartnerschaft mit dem heimischen Energieversorger Mark-E. Getreu dem Motto „Energie, die bewegt“ unterstützt die Mark-E das TanzTheaterfestival und gibt damit wichtige Impulse für den Tanz in Hagen!
TanzRäume 2009 ist jedoch weit mehr als nur ein Festival!
Das TanzRäume-Programm hat sich in diesem Jahr mit den Festivalabenden jedoch nicht erschöpft! Dank der Unterstützung des Lions Club Hagen-Mark und der Tanzwerkstatt Elbershallen ist es erstmalig gelungen zwei HipHop-Workshops für Hagener Schulen im Rahmen von TanzRäume zu initiieren. Die Hauptschule Remberg und die Gesamtschule Haspe werden mit Choreograf und Tänzer Takao Baba im Mai einen dreitägigen Workshop absolvieren und Ihre erarbeiteten Choreografien im Rahmen des Festivals präsentieren. Im Rahmen von TanzRäume wird es darüber hinaus zum ersten Mal am 23.05.09, in Kooperation mit dem Kultopia, einen HipHop-Tanz-Contest geben, bei dem junge Nachwuchstänzer die Chance erhalten, sich zu messen. Daneben haben diejenigen, die bei TanzRäume nicht nur zuschauen wollen, die Möglichkeit am 21.05.09 in der Tanzwerkstatt Elbershallen an einem offenen HipHop-Workshop teilzunehmen. Workshopleiter ist auch hier Takao Baba! Weitere Infos zu Anmeldung, Gebühren etc. unter:
www.tanzwerkstatt-elbershallen.de , 02331-6954235.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Kinoprogramm, das sich ebenfalls ganz auf Tanz eingestellt hat. Am 14.05.09 um 20 Uhr zeigt das Kino Babylon den Film „Rythm is it“, ein spannender Dokumentarfilm mit Sir Simon Rattle und Choreograf und Tänzer Royston Maldoom. Am 28.05.09 um 20 Uhr wird der eindrucksvolle und mitreißende HipHop-Film "RIZE“ von David LaChapell gezeigt.
Weitere Informationen sind im Festivalbüro (Kulturbüro der Stadt Hagen) unter der Telefonnummer 02331-207 4864 sowie im Internet www.tanzraeume.hagen.de erhältlich.
Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »ceri« (8. April 2009, 11:14)